März 28, 2024

Was ist UX Design?

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UX Design – ein Begriff, der in der Tech-Welt immer häufiger fällt. Doch was genau versteht man eigentlich unter User Experience Design? In diesem Artikel erklären wir die Grundlagen, Prinzipien und Disziplinen des UX Designs verständlich und anhand anschaulicher Beispiele.

Was bedeutet UX?

UX ist die Abkürzung für User Experience, übersetzt Nutzererfahrung. Gemeint ist damit die gesamte Erfahrung, die Anwender mit einem Produkt machen. UX Design beschäftigt sich also damit, digitale Produkte wie Websites, Apps oder Softwares so zu gestalten, dass die Nutzung für den User möglichst einfach, intuitiv und angenehm ist.

Im Mittelpunkt steht immer der Mensch mit seinen Bedürfnissen und seinem Verhalten. Gutes UX Design sorgt dafür, dass Technologie dem Nutzer dient und ihm nützt, statt ihn zu frustrieren. Es geht darum, digitale Erlebnisse zu schaffen, die Menschen wirklich wollen und lieben.

Grundprinzipien des UX Designs

Um dies zu erreichen, gibt es einige wichtige Grundprinzipien, die UX Designer beachten sollten:

  • Nutzer im Fokus: Am Anfang jeden UX-Prozesses steht die Nutzerforschung, um die Zielgruppe wirklich zu verstehen. Ihre Wünsche und Bedürfnisse müssen den weiteren Gestaltungsprozess lenken.
  • Einfache Bedienbarkeit: Die Navigation sollte selbst erklärend sein, wichtige Funktionen leicht auffindbar und die Bedienung so intuitiv wie möglich.
  • Konsistenz: Designelemente, Terminologie und Interaktionsstandards sollten einheitlich sein, damit der Nutzer sich leicht zurechtfindet.
  • Attraktives visuelles Design: Optik und Ästhetik sind wichtig, um Vertrauen zu schaffen und die Nutzung angenehm zu machen.
  • Fehlervermeidung: Durch wiederholtes User Testing lassen sich kritische Usability-Probleme identifizieren und beheben.
  • Performance: Lange Ladezeiten und Latenzen frustrieren den Nutzer. Gutes UX bedeutet schnelle, reibungslose Interaktion.

Disziplinen des UX Designs

UX Design ist mehr als nur digitale Gestaltung. Es kombiniert diverse Disziplinen:

  • User Research: Hier werden Zielgruppen analysiert und ihre Bedürfnisse untersucht, z.B. durch Befragungen, Beobachtung oder Datenanalyse.
  • Interaction Design: Die Gestaltung der Interaktion mit dem Produkt über Touchpoints wie Buttons, Swipes, Scrollen etc.
  • Informationsarchitektur: Strukturierung und Ordnung von Inhalten und Funktionen.
  • Visuelles Design: Optische und ästhetische Gestaltung des Erscheinungsbildes.
  • Prototyping: Entwicklung erster Demo-Versionen zur Überprüfung von Ideen.
  • Usability Testing: Testen mit echten Nutzern, um Verbesserungspotenzial zu identifizieren.

UX Design am Beispiel eines Online-Shops

Wie UX Design konkret umgesetzt werden kann, zeigt sich am Beispiel eines fiktiven Online-Shops:

Zunächst werden im User Research die Zielgruppe und ihre Kaufpräferenzen untersucht. Daraus ergeben sich bereits wichtige Erkenntnisse für die Gestaltung. Im nächsten Schritt wird die Informationsarchitektur entwickelt: Wie sollen die verschiedenen Produkte, Kategorien und Funktionen strukturiert werden?

Anschließend wird das Interaction Design entworfen: Wo platziert man die Navigation? Wie gestaltet man ideale „Call-to-Action“-Elemente? Im visuellen Design werden dann Farben, Typografie, Bildsprache etc. festgelegt. Nach dem Prototyping kommt das Testing mit Nutzern.

Anhand ihrer Reaktionen werden die Probleme identifiziert: Ist die Produktsuche zu kompliziert? Gefallen die Farben? So wird das Design iterativ optimiert, bis eine für die Zielgruppe ansprechende und intuitiv bedienbare Shop-UX entsteht.

Vorteile von gutem UX Design

Gutes UX Design bringt viele Vorteile für Nutzer und Anbieter:

  • Bessere Nutzerbindung: Zufriedene Nutzer binden sich emotional an das Produkt.
  • Höhere Konversionsraten: Durch intuitive Oberflächen werden mehr Kunden zu Käufen oder anderen gewünschten Aktionen bewegt.
  • Weniger Frust: Ein reibungsloser Umgang mit dem Produkt verhindert Frust.
  • Positiveres Markenimage: Angenehme Nutzungserlebnisse prägen die Wahrnehmung der Marke im positiven Sinne.
  • Wettbewerbsvorteile: Gute UX hebt das Produkt von der Konkurrenz ab.

Für Unternehmen lohnt es sich also, viel in UX Design zu investieren. Schließlich entscheidet die User Experience wesentlich über den Erfolg digitaler Angebote.

Tools und Werkzeuge des UX Designs

UX Designer bedienen sich unterschiedlicher Tools und Methoden. Hier eine Übersicht:

  • Wireframes: Grobe grafische Entwürfe der Seitenstruktur.
  • Prototyping-Tools: Erstellen klickbarer Prototypen, um Userflows zu testen.
  • Usability-Tests: Testen mit echten Nutzern, teils in Laboren, teils via Tools wie UserTesting.com.
  • A/B-Tests: Testen von zwei Varianten, um die bessere herauszufinden.
  • User Surveys: Befragungen von Nutzern zu Wünschen und Präferenzen.
  • Web Analyse: User-Verhalten auf Websites via Tools wie Google Analytics auswerten.
  • Personas: Profil von fiktiven, repräsentativen Nutzern erstellen.
  • Storyboards: Visualisierung der idealen User Journey in relevanten Szenarien.
  • Affinity Diagramming: Systematisieren von Nutzer-Feedback und -wünschen.

Mit einem klugen Mix solcher Methoden durchleuchten UX Designer die Nutzerbedürfnisse und iterieren Lösungen, bis ein optimales Erlebnis entsteht.

UX vs. UI Design – Was ist der Unterschied?

Oft hört man UX und UI Design in einem Atemzug nennen. Doch obwohl die beiden Disziplinen eng zusammenarbeiten, gibt es wichtige Unterschiede:

  • UX befasst sich mit dem gesamten Erlebnis beim Gebrauch eines Produkts. UI konzentriert sich spezifisch auf das Design der Benutzeroberfläche.
  • UX ist strategisch, UI gestalterisch: UX legt die User Journey fest, UI gestaltet konkrete Bildschirme.
  • UX ist analytisch, UI kreativ: UX arbeitet mit User Research. UI erschafft digitale Design-Kompositionen.
  • UX kommt vor UI: Erst werden die Erlebnisse definiert, dann gestaltet. UX ist die Strategie, UI die Umsetzung.

Effektives UX gelingt nur durch die enge Verzahnung von UX und UI Design. UX ohne ansprechendes UI kann nicht überzeugen. Und schönes UI ohne durchdachtes UX frustriert den Nutzer. In einem effektiven Designprozess arbeiten UX und UI Designer Hand in Hand.

UX Writing: Die Texte stimmen – oder stimmen nicht

Neben Layout, Navigation und Funktionen spielen in der User Experience auch Texte eine wichtige Rolle. Buttons, Menüpunkte, Überschriften, Tooltips – überall finden sich Texte, die den User leiten. UX Writing ist die Disziplin, diese Texte nutzerfreundlich zu gestalten. Gute UX Writer beherzigen Regeln wie:

  • Einfache, klare Sprache statt Fachjargon
  • Konkrete, aussagekräftige Formulierungen
  • Konsistenz in Terminologie und Tonfall
  • Voice & Tone an Zielgruppe anpassen
  • Aktive Formulierung und Du-Ansprache
  • Emotionaler Mehrwert durch Microcopy

Kurz: UX Writer sorgen dafür, dass die User sich jederzeit zurechtfinden und die Texte auf der Website oder in der App sie richtig leiten – und idealerweise sogar unterhalten oder inspirieren.

UX Design Trends 2023

Welche Trends prägen UX Design aktuell? Ein Ausblick:

  • Dark Mode: Helle Hintergründe sind out, dunkle UI-Farbschemata liegen im Trend. Sie gelten als augenschonender.
  • Neumorphism: Organische, leicht 3D-artige GUI-Elemente lösen den Flat Design Minimalismus ab.
  • Responsives Design: Mobile First und plattformübergreifende Erlebnisse sind Pflicht.
  • Storytelling: Marken legen verstärkt Wert auf ein durchgehendes Storytelling und Tonalität.
  • VR und AR: Neue Interaktionsmöglichkeiten durch Virtual und Augmented Reality.
  • KI-Support: Chatbots und Personalisierung durch KI werden wichtiger.
  • Accessibility: Barrierefreiheit gets Priorität, Inclusive Design ist gefragt.

Nutzerglück durch Design

UX Design ist weit mehr als nur digitale Ästhetik. Es schafft ganzheitliche Erlebnisse, die Nutzern echten Mehrwert bieten. Ein professionelles UX Design sorgt dafür, dass Technik nicht Selbstzweck bleibt, sondern den Menschen dient. Es ist die Kunst, digitale Produkte so zu gestalten, dass sie nicht nur funktionieren, sondern auch Freude bereiten. Wer positive User Experiences schafft, bekommt glückliche und loyale Nutzer.